Die nächste Aufgabe war es, von den Bäumen spezielle Misteln zu pflücken. Diese ließen sich meist nur durch Klettern oder mit der "Räuberleiter" erreichen. Am schwierigsten war es, eine frei am Baum hängende Mistel zu ernten. Kaum waren alle Misteln bei Pia oben angekommen, wartete sogleich die nächste Aufgabe auf uns: auf nur 10 Holzbrettern sollten wir den Unkensumpf durchqueren, in den man mit dem Fuß nicht hineintreten durfte. Das erste Problem war, dass wir deutlich mehr als 10 Personen waren - einige von uns mussten also huckepack genommen werden. Außerdem bestand die Schwierigkeit, dass nicht berührte Holzbretter sofort im Sumpf versanken - wir hatten also darauf zu achten, dass alle Holzbretter ständig von einem von uns berührt wurden!

Auf Holzbrettern durch den "Unkensumpf"

Nachdem wir mühsam den Sumpf durchquert hatten, erreichten wir die Unkensumpf-Insel, auf der wir uns wieder ohne Holzbrettchen bewegen konnten. Auf der Insel waren zahlreiche Schlangengift-Döschen versteckt, von denen aber jeder von uns nur eines transportieren durfte. Mit je einer Schlangengift-Portion in der Tasche ging es dann auf den Holzbrettchen durch den Sumpf zurück zum Festland. Kaum war das Schlangengift im Turm, erhielten wir per Seil unseren nächsten Auftrag: Pia benötigte noch ein Stück Zauberschnur, das wir beim Zauberschnurhändler organisieren sollten. Dieser war ein großer Märchenfreak, so dass er sich dadurch, dass wir ihm "Schneewittchen" als Spontan-Theaterstück vorspielten, dazu erweichen ließ, uns ein Stück Zauberschnur zu überlassen. Einen Teil der Zauberschnur nutzten wir dann auch gleich, um aus Ästen im Wald ein Gefängnis für den bösen Zauberer zu bauen.

Szenen aus "Schneewittchen und die sieben Zwerge"

Somit hatten wir alle Dinge gesammelt, die Pia benötigte um sich aus dem Zauberbann befreien zu können. Nachdem wir vor dem Turm noch das Singspiel "Vor einem Turm im tiefen Schwarzwald, da steht ein böser Zauberer und mag kein Lied" aufgeführt hatten, gab der Zauberer - seines Zeichens kein Freund von Tänzen und Gesang - auf, und konnte anschließend ins Gefängnis gesperrt werden! Nachdem Pia endlich befreit war, stärkten wir uns zunächst mit dem mitgebrachten Vesper, bevor auch wir den Mahlbergturm besteigen und die Aussicht auf den Schwarzwald genießen konnten...

Blick vom Mahlbergturm
Beim Rückweg zum Lagerplatz ging es dann glücklicherweise nur noch bergab. Gegen 15:00 Uhr kamen wir wieder bei den Zelten an und nutzten den späten Nachmittag dazu, um einfach in der Sonne zu liegen, nochmal Holz zu sammeln, auf dem Feuer Karamell herzustellen oder das Chaos im Großzelt zu beseitigen.

Karamell-Herstellung

Das Lagermaterial ungewohnt ordentlich
Anschließend spielten wir spontan im angrenzenden Wald die Geländespiele "Räuber und Gendarm" sowie "Capture the flag", bevor es zum Abendessen in unserer Feldküche Spaghetti mit Tomatensoße zu essen gab. Nachdem Lennart und Julian mehrere Kilo davon zu sich genommen hatten, wurde das Lagerfeuer in Gang gesetzt und die Gitarre ausgepackt...

Unsere Zelte in der Nachmittagssonne

Lagerfeuer am zweiten Abend
Am nächsten Morgen machten wir uns gleich nach dem Frühstück daran, die Zelte abzubauen, was logischerweise deutlich schneller vonstatten ging als der Aufbau. Pünktlich um 11:00 Uhr kam Jan mit dem VW-Bus, so dass wir das Material, zusammen mit unseren Isomatten und Schlafsäcken, gleich im Fahrzeug verstauen konnten. Nachdem mittels Müllkette alle unsere Spuren beseitigt waren, schulterten wir unsere Rucksäcke und gingen den Weg zurück nach Waldprechtsweiher, was wieder ca. eine Stunde dauerte. Wir hatten gerade noch Zeit, in Waldprechtsweiher an der Bushaltestelle eine Stärkung in Form von Wiener Würstchen und Brot zu uns zu nehmen, bevor Bus und Bahn uns zuverlässig und ohne Verspätungen zurück nach St. Matthias brachten.

Abbau der Zelte