Nach dem Frühstück stand sehr zur Freude aller wieder einmal ein Bus für uns bereit. Das Wetter ließ leider sehr zu wünschen übrig, weshalb wir zunächst das Freilichtmuseum Vogtsbauernhof im Gutachtal ansteuerten. Dies hatte nämlich den unschätzbaren Vorteil, dass man sich dort bei Regen in die zahlreichen Gebäude flüchten konnte. Rund um den Vogtsbauernhof herum sind nämlich viele alte Schwarzwaldhäuser zu finden, die an ihrem Originalstandort auseinandergenommen und im Freilichtmuseum wieder aufgebaut worden waren.

Freilichtmuseum Vogtsbauernhof

Neben Bauernhäusern gab es auch wasserbetriebene Sägewerke und Mühlen zu entdecken. Innen waren vielfach noch alte Möbel und Betten zu finden, so dass wir einen schönen Einblick in das Leben auf einem Schwarzwaldhof bekamen. In den Stallungen trafen wir auch auf Tiere, unter anderem Kühe mit Kälbern, Hühner und Schweine, die sich mit Vergnügen im Dreck suhlten. Da der Regen partout nicht aufhören wollte, holten die Größeren, die von den Leitern gezwungen worden waren das Brot zu schleppen, auf dem geräumigen Heuboden des Falkenhofs das Essen heraus.

Improvisierte Verpflegung auf dem Heuboden
Beim weiteren Weg durch das Gutachtal fiel den Teilnehmern der Regen kaum mehr auf, denn schließlich war das Ziel die neue, erst vor drei Wochen eröffnete Gutachtal-Bobbahn. Und siehe da: der Himmel riss auf, und mit den ersten Sonnenstrahlen rauschten auch die ersten von uns den Hang hinab. Weil der Lagerkasse nur eine Fahrt für jeden zugemutet werden konnte, fuhren die meisten anschließend auf eigene Rechnung weiter - in der Regel so lange, bis sämtliches Taschengeld aufgebraucht war.

Bobbahn
Sobald endlich alle pleite waren, ging es zu Fuß weiter an der Bahnlinie entlang durch das schöne Gutachtal. Endstation war der "Park mit allen Sinnen" - ein 2 km langer Parcours, den man barfuss durchläuft. Also zogen sich alle als erstes die Schuhe aus, um auf zunächst noch recht angenehmen Material (Erde) die ersten Schritte zu wagen. Doch schon bald wurde der Weg steiniger, so dass einige doch lieber auf den Ausweichstrecken neben der Steinpiste gingen...

Wanderung zum "Park mit allen Sinnen"

Ohne Wanderschuhe im "Park mit allen Sinnen"
Aber zum Glück gab es zahlreiche Gelegenheiten, eine kurze Pause einzulegen. In den Duftpavillons konnten wir die verschiedensten Gerüche erriechen, während an den Fühlstationen der Tastsinn geschärft wurde. Schön anzusehen war auch der Blumentunnel, der natürlich ebenfalls eine "Duftstation" war. Damit wir nicht völlig planlos die Strecke abliefen, bekam jede Kleingruppe einen Zettel mit einer Rallye durch den Park!

Geruchssinn testen im Duftpavillon
Das lange Barfussgehen war erstaunlich anstrengend, gab es doch neben den steinigen Wegabschnitten auch einen richtig matschigen, von Wurzeln durchsetzten Waldweg. Spätestens nach diesem Teilstück waren alle Füße dreckig (beim Obermini natürlich die ganzen Beine bis oberhalb des Knies), was aber dank der Fußwaschanlage am Ende des Parks nichts ausmachte. Auf jeden Fall waren die drei "Höhlen" um so entspannender, in denen wir uns mit Entspannungsmusik bei beruhigender, wechselnder Beleuchtung zurücklehnen konnten.

Waldweg im Park
Dank Bus forderte der Rückweg keine weiteren Anstrengungen, so dass nach dem deftigen Chili zum Abendessen alle noch ausreichend Kräfte für das Chaosspiel hatten. Hierbei mussten im Haus Zettel gesucht und Aufgaben erledigt werden, um auf einem Spielplan weiter zu rücken. Neben sportlichen Aufgaben mussten wir uns auch als Mumie verkleiden oder die Haare unserer Gruppenleiterinnen stylen...

Chaosspiel

Das weiterhin schlechte Wetter störte uns nicht, denn das Adventure-Spiel "Ministranten Island" ließ sich auch problemlos innen spielen. In Gruppen war es unsere Aufgabe, das Monster von Ministranten Island, einer Insel in der Karibik, zu besiegen. Hinweise hierzu erhielten wir auf folgendem Brief:

Die benötigten Gegenstände wie das "Braune Kribbelwasser" zur Vertreibung von Nik oder das Indianerzelt, um Nok in die Flucht zu schlagen, ließen sich an verschiedenen Stationen bekommen. Natürlich nicht direkt, etwas Hin- und Herlauferei zwischen Bibliothek, Fischerhütte, Schilfsee und Chemielabor war schon angesagt. So mussten z.B. zunächst die Farbstoffe Rot, Blau und Gelb aus dem Chemielabor miteinander vermischt werden, um den Farbstoff Braun zu erhalten - mit dem wiederum zusammen mit dem mühsam hergestellten Sprudelwasser das "Braune Kribbelwasser" gemischt werden konnte.

Station "Bibliothek"
Erschwerend kam hinzu, dass die Gruppenleiter an den Stationen nur auf Befehle reagierten, die auf einer uns zuvor ausgehändigten Befehlstafel standen. Anstelle der drei Punkte auf der Tafel konnten wir einen Gegenstand einsetzen, die Gegenstände hingen entweder als Zettel auf dem Plakat der Station oder wir hatten einen Gegenstands-Zettel woanders bekommen und dann vorgezeigt.

Befehlstafel

Beispiele für Gegenstände
Einer der Zaubersprüche, die für die Vertreibung von Nak gebraucht wurden, war z.B. im Krug versteckt. Mit dem Befehl "Benutze Krug mit Stein" konnten wir den Krug zerschlagen, um an den Zauberspruch heranzukommen. Nach einem langen Vormittag waren endlich Nik, Nak und Nok vertrieben. Die drei Wächter hinterließen die Zutaten Hopfen, Zitronen und Malz, mit denen sich das ekelhafte Kerngebräu "Zitronenmalzbier" herstellen ließ. Dieses per "Benutze Zitronenmalzbier mit Monsterschloss" auf das Gebäude gesprüht, ließ das Refugium des Monsters in sich zusammenfallen, die Insel war befreit.

Station "Schilfsee"

Nach dem Mittagessen stand die traditionelle Vorbereitung des Lagerabends auf dem Programm. Eine Gruppe richtete ein großes Buffet her, andere studierten Sketche und Lagernachrichten ein oder entwarfen Kreationen für die Müllsack-Modenschau. Weil meine Kamera den Lagerabend nicht überlebt hat gibt's leider keine Fotos, die Programmpunkte kamen aber allesamt sehr gut an und es gab viel zu lachen...

Buffet am Lagerabend
In aller Eile zogen wir die Betten ab und verstauten das Material, denn schon um 10:00 Uhr sollte es mit dem Bus wieder losgehen. Wieder stand ein Doppelstock-Bus mit Anhänger für uns bereit, so dass es verladetechnisch überhaupt keine Probleme gab. Absolut pünktlich um 12:00 Uhr kamen wir wieder in St. Konrad an, wo die Eltern schon alle auf uns warteten.