
Nach zwei Jahren Pause zog es uns im Sommerlager wieder in den Odenwald - nur dass wir dieses Jahr mit ca. 50 Personen ein deutlich größeres Haus benötigten. Auf Empfehlung unserer Gemeindereferentin entschieden wir uns für die Ferienkolonie St. Georg in Heiligkreuzsteinach, in der Nähe von Neckargemünd gelegen. Da die Entfernung zu Karlsruhe lediglich 80 km beträgt, wurden Hin- und Rückfahrt von den Eltern per PKW durchgeführt.
Vor Ort begann das Lager mit der Inspizierung des Hauses und natürlich den unvermeidlichen Kennenlernspielen, waren doch dieses Jahr wieder einige Lagerneulinge dabei. Nachdem die Zimmer bezogen waren wurden die Lagerregeln vermittelt und der Küchendienst-Plan aufgestellt. Anschließend begab man sich zu einer Ortsbegehung nach Heiligkreuzsteinach.
Gleich zu Beginn des Lagers machten wir die große Tageswanderung zur Stiefelhütte. Diese 16 km lange Rundtour nördlich unseres Lagerhauses legten einige Teilnehmer streckenweise auf dem Rücken der Leiter zurück. Angesichts der Steigungen ließen sich andere, die nicht so viel Glück hatten, wenigstens den Rucksack tragen. Erschöpft kehrten wir zum Haus zurück, und das kräftige Abendessen kam allen sehr gelegen.

Pause bei der Tageswanderung

Sven hat sich mal wieder beim Küchendienst verkünstelt...
Nach dem Essen verwandelte sich unser Aufenthaltsraum in ein Fernsehstudio: auf dem Programm stand eine neue Ausgabe der Sendung "Herzblatt". Genau wie im Original mussten drei KandidatINNen verschiedene Fragen beantworten, die von einem Mitspieler des jeweils anderen Geschlechts - versteckt hinter einer Wand - gestellt wurden. Zwar war die legendäre Herzblatt-Wand nur ein von zwei Helfern gehaltenes Leintuch, dem Spielspaß tat dies aber keinen Abbruch...

...wurden wir "sanft" mit der Trillerpfeife aus dem Schlaf gerissen, und nach dem Frühstück sorgten spannende Agentenspiele - wegen des Regens drinnen im Tischtennisraum - für kurzweilige Unterhaltung. Pünktlich zum Nachmittagsprogramm riss der Himmel auf und die Sonne kam zum Vorschein, so dass den Wasserspielen im hauseigenen Swimming-Pool nichts mehr entgegenstand. Actionreiche Wettkämpfe wie möglichst-viele-Filmdöschen-in-das-Spielfeld-der-anderen-Mannschaft-werfen ließen die nicht besonders hohe Temperatur des ungeheizten Beckens erträglich werden.

Agentenspiele im ausgeräumten Tischtennisraum
Der Abend klang mit einem allgemeinen Spieleabend aus, auf dem Hartplatz beim Haus kämpften Jungs gegen Mädels beim Basketballspiel - aber auch die Brettspiele im Aufenthaltsraum stießen auf großes Interesse.
Am Sonntag brachen die Teilnehmer gruppenweise zur Schatzjagd auf. Ein mit Waldläuferzeichen markierter Weg führte die Teams teilweise auch querfeldein im Wald umher. Am Ende galt es die Schatzkiste zu finden und zwei Leiter zu fangen. Auf dem Heimweg durfte die Beute (Süßigkeiten) gemeinschaftlich verspeist werden, es folgte anschließend eine Abkühlung in unserem Schwimmbad, das ja schließlich ordentlich genutzt werden musste.

Waldläuferzeichen "Nachricht in dieser Richtung"
Nach dem Mittagessen erfuhren die Teilnehmer, dass es heute Sonntag ist und aus diesem Grund die Vorbereitung des Lagergottesdienstes ihre Aufgabe war. Thema war "der barmherzige Samariter", und vorher gab es einiges zu tun: Altar und Kreuz mussten gebaut, Lieder herausgesucht und Fürbitten geschrieben werden; außerdem studierte eine Gruppe das Evangelium als Schauspiel ein. Leider musste das Grillen nach dem Gottesdienst aufgrund eines Gewitters ausfallen, und der geplante Lagerfeuerabend mit Musik und Gesang musste ebenfalls ins Haus verlegt werden.

Lagergottesdienst
Montagvormittags stand die Dorfrallye auf dem Programm - diesmal erweitert durch besondere interaktive Elemente: ein mit Aldi-Tüte und Jutesack als Decke bestückter Landstreicher musste angesprochen und um den nächsten Fragebogen gebeten werden - zu allem Überfluss mitten im Ortszentrum beim Dorfbrunnen. Auch bei der Kirche Heilig Kreuz musste eine weitere Person gefunden werden, um die Rallye fortsetzen zu können.

Nachmittags wurde das gute Wetter zur Wasser-Olympiade genutzt. Wasser musste im leckenden Eimer transportiert; Wasserbomben möglichst weit geworfen, im Kreis zugespielt oder fallend gefangen und Bälle aus dem Pool gefischt werden. Mit dem Disco-Abend mit Luftballontanz und Limbo fand der Tag seinen Abschluss.

Die Schwimmbecken-Station der Wasserolympiade
...war Indianertag. Vormittags setzten wir uns mit dem Thema spielerisch auseinander - zum Beispiel mit "Wer hat Angst vorm weißen Mann" oder dem Indianer-Labyrinth. Nachmittags konnten alle in den verschiedensten Workshops kreativ tätig werden: Schmuck basteln, Gesichter schminken, auf Glasscherben laufen, Pfeil- und Bogen basteln oder den Geruchssinn testen und natürlich noch der Marterpfahl-Bau und Lagerfeuer machen war im Angebot. Abends saßen die Indianer dann Stockbrot grillend am Lagerfeuer, um dann später zur Nachtwanderung aufzubrechen. Der Weg führte die schmale "Liebesallee" am Bach entlang, und mehrere Teilstrecken mussten von den Teilnehmern einzeln bewältigt werden. Ein den Berg herunterkugelndes Gespenst und andere schaurige Vorfälle sorgten für allgemeines Entsetzen.

Am Lagerfeuer...

Doch die Nachtwanderung hatte auch den Vorteil, dass am nächsten Tag eine halbe Stunde länger geschlafen werden durfte. Unsere zweite größere Wanderung führte uns nach dem Frühstück ein idyllisches Tal entlang auf den Eichelberg.
Nach der Rückkunft und der Stärkung durch das Mittagessen bereiteten die Teilnehmer den Bunten Abend vor, der mit vielen abwechslungsreichen Programmpunkten das Lager abschloss. Von den Teilnehmern vorbereitete Quize, Mr. und Mrs. Mini-Wahlen u.v.m. sorgten für Unterhaltung.
...war diesmal der letzte Lagertag. Nach dem Frühstück wurde fleißig gepackt und aufgeräumt. Gegen Mittag kamen dann die Eltern, die sich bereit erklärt hatten, die Rückfahrt mit Ihrem PKW zu übernehmen - und wohlbehalten kehrten alle nach Karlsruhe zurück.