Sternsingen 2006

Die Aktion

Dieses Jahr bildete der Gottesdienst am Freitag, den 6. Januar nicht den Abschluss, sondern den Beginn der Sternsingeraktion - weshalb die Aussendung der 35 Sternsinger und die Segnung der Kreide am Dreikönigstag selbst erfolgte. Zuvor wurden in zwei Proben die Lieder eingeübt, wobei wir die Neuerung einführten, dass bei "Wir kommen daher..." am Schluss "Kaspar, Melchior und Balthasar" mit verteilten Rollen gesungen wird - auch wenn sich die Könige noch nicht so ganz zu einem solchen Solo durchringen konnten.

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Nachmittags um 3 Uhr starteten dann vier Gruppen bei kalter, aber immerhin trockener Witterung, um die ersten Häuser abzulaufen. Auch das Kinder-Behindertenheim in der Moltkestraße und das Kinderkrankenhaus wurden von den Sternsingern St. Konrad besucht. Im Kinderkrankenhaus nahm sich sogar Klinikseelsorgerin Christine Dehmel die Zeit, uns durch die Stationen zu führen! Zwei Gruppen hatten wieder Weihrauchfässer dabei, die sie auch nicht gerade sparsam einsetzten.

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Weihrauchwolke auf dem Spielplatz

Die meisten Gruppen hatten bis 20:00 Uhr alle Häuser auf der Liste besucht und kehrten beladen mit Spenden und Süßigkeiten, dafür aber mit leerem Weihrauch-Schiffchen und müden Beinen nach St. Konrad zurück. Um den Weg abzukürzen, wurde auch der ein oder andere Zaun einfach überklettert:

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Am Samstag, den 7. Januar waren die Sternsinger noch einmal von 15:00 Uhr bis 20:00 Uhr unterwegs, bis alle angemeldeten Haushalte besucht waren. Am Sonntag gab es als Dankeschön zum Abschlussessen Hamburger und danach ein exquisites Dessert von Pfarrer Bürkle. Das Spendenergebnis lag mit 6000.- Euro deutlich über dem Vorjahresergebnis - vielen Dank an alle, die die Aktion unterstützt haben!

Eine weitere Neuerung zum vorigen Jahr (neben dem Lied "Wir kommen daher") waren die vier mit Leuchtdioden (LEDs) ausgestatteten Sterne. Ein Stern war bereits etwas älter, so dass lediglich eine neue Lichtanlage eingebaut werden musste - drei weitere wurden aber völlig neu gebastelt. Dies war auch dringend nötig, weil viele der alten Sterne nur deshalb zusammenhielten, weil sie jedes Jahr unsanft mit dem Holztacker bearbeitet wurden. Mancher Stern wäre zudem ohne Stützlatten schon lange abgeknickt...

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Den Bau eines neuen Sterns hätte ein Praktiker sicherlich in einer guten Stunde hinbekommen: vorzeichnen, aussägen, Stange dranschrauben und fertig. Nicht so, wenn sich Elektrotechnik- und Physikstudenten der Sache annehmen, ein Tatsachenbericht:

LED-Sterne

Der Ingenieur fängt nicht einfach an zu arbeiten, sondern plant erst einmal sehr genau, wie er den Stern basteln will. Aus diesem Grund wird zunächst das mathematische Geometrie-Programm am Computer angeworfen und mit komplizierten Winkelberechnungen, mehreren konzentrischen Kreisen und Mittelsenkrechten der perfekte Stern konstruiert. Nach 20 Minuten Arbeit ist er fertig:

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Doch dann das erste Problem: der Stern ähnelt mehr der Fahne der sozialistischen roten Armee (siehe Wikipedia) als den Sternsingersternen aus St. Konrad. Deshalb wird sogleich im Internet nach einem älteren Foto der Sternsinger St. Konrad gesucht (z.B. vom Sternsingen 2002), und siehe da: die Sternsinger-Sterne haben sieben Zacken, nicht fünf!!! Also das Ganze noch einmal von vorn, nach einer halben Stunde ist die Skizze endlich fertig:

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Doch sogleich naht die nächste Schwierigkeit: wie drucke ich die tolle Skizze in der benötigten Größe aus? Da die Pfarrei leider keinen DIN A0-Plotter (Drucker, der einen Meter breit drucken kann) besitzt, muss der Stern in passende DIN A4-Blätter zerlegt werden. Nach zwei Stunden (!) Herumprobieren sieht das dann für die obere Hälfte ungefähr so aus:

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Nach dem Drucken dieser Einzelteile auf sechs A4-Blätter wurden die einzelnen Teile auseinandergeschnitten und zusammengeklebt. Wie könnte es anders sein, die mühsam erstellte Vorlage war natürlich größer als die Holzplatten, die für die Sterne gekauft worden waren:

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Pech gehabt: die Skizze ist eindeutig zu groß

Nach einer weiteren Viertelstunde vorm Rechner gelang dann der Ausdruck eines passenden Sterns. Kaum war der Papierstern zusammengeklebt und per Bleistift auf das Holz übertragen, wurde schweres Gerät ausgepackt: mit der Stichsäge wurde der Stern ausgesägt, anschließend mit der Bohrmaschine die Löcher für die Befestigungsschrauben vorgebohrt und mit dem Akkuschrauber die Haltestäbe an den Sternen montiert - nicht-elektrische Werkzeuge wie Schraubenzieher, Handsäge usw. sind ja schließlich etwas für Anfänger!

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Der professionelle Handwerker lässt natürlich während der Arbeit immer Musik laufen, wobei nicht einmal das pannenfrei funktionierte: der Obermini wunderte sich sehr, warum er nur französische, englische, spanische und italienische Sender empfangen konnte. Erst nach langer Fehlersuche fiel ihm auf, dass er das Gerät auf Mittelwelle gestellt hatte, während die üblichen Radiosender ja auf Ultrakurzwelle senden...

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Trotz allem dauerte nach vier (!) Stunden Planung die Produktion der drei Sterne kaum mehr als eine Stunde. Dann kam der Bau der Beleuchtungsanlage an die Reihe: drei superhelle Leuchtdioden sollen den Stern erleuchten! Damit die Bauteile aber auch den ersten Einsatz überleben, mussten erst einmal Schutzwiderstände davor gelötet werden.

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Löten der LED-Schaltung

Das stolze Ergebnis langer Arbeit:

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